SPD im DIALOG mit der IG „Haindling-Nord“: Nein – „Regionaltrasse“: Ja

Veröffentlicht am 02.12.2018 in Veranstaltungen

Diskutierten darüber, welche Umgehung Geiselhöring wirklich braucht: SPD-Ortsvorsitzender Michael Wittmann (Mitte), Schriftführer Rainer Pasta (li.) mit IG-Sprecher Joseph Bachhuber (3.v.re.), Angela Ramsauer (4.v.li.) und Christian Ertl (2.v.li.) sowie weiteren Mitgliedern der Interessengemeinschaft (IG) „Haindling-Nord“: Nein – „Regionaltrasse“: Ja.

 

Natur, Kultur und damit der Mensch kommen unter die Räder

SPD im DIALOG mit der Interessengemeinschaft (IG) „Haindling-Nord“: Nein – „Regionaltrasse“: Ja

Wieder schlagen die Wellen in Geiselhöring hoch – wieder ist es das Aufreger-Thema „Umgehungsstraße“, das die Gemüter bewegt. Die Geiselhöringer SPD lud deshalb am vergangenen Donnerstag die Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) „Haindling-Nord“: Nein – „Regionaltrasse“: Ja in die Taverne Korfu zum Dialog ein. Die Sorgen und Alternativvorschläge der Gegner der Trasse „Haindling Nord“ wurden dabei ausführlich besprochen. Wieder spaltet die Umgehungsstraße die Bevölkerung und wird die bevorstehende Kommunalwahl 2020 dominieren und alle anderen wichtigen Themen überdecken, fürchtet die Geiselhöringer SPD.

„´Haindling Süd´ ist tot“, so SPD-Ortsvorsitzender Michael Wittmann in seiner Begrüßung. Nun stünde die Variante „Haindling Nord“ mit der engen Umfahrung Geiselhörings vorbei an Hirschling zur Diskussion. „Ist dies nun die zündende Idee oder kann damit der Geiselhöringer Verkehrsknoten auch nicht durchschlagen werden“, war die zentrale Frage an die Interessengemeinschaft (IG). Die IG ist laut eigener Aussage ein „Zusammenschluss von Gleichgesinnten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen – nämlich die aktuell favorisierte Umgehung „Haindling Nord“ zu verhindern bzw. die Regionaltrasse zu realisieren. „Die IG vertritt eine Reihe von Bürgerinnen und Bürgern aus der Großgemeinde, die entweder von der Umgehung direkt betroffen sind, oder die Sorgen um die Folgen dieser Streckenführung auf das Landschaftsbild und die Kulturgüter haben.

Letztendlich wird die Entscheidung über die Weiterführung der Umgehungsstraße vom Geiselhöringer Stadtrat entschieden, so die Meinung der SPD-Vertreter. Das staatliche Straßenbauamt hat den Auftrag die Ortsumgehung Geiselhöring-Hirschling zu planen und zu bauen. „Die Behörde hat eine Informationspflicht und ist zur Objektivität verpflichtet“, so Michael Wittmann. Deshalb sollte das Straßenbauamt die aktuellen Zahlen des, der Planung zugrunde liegenden Verkehrsgutachtens, der Öffentlichkeit zur Meinungsbildung zur Verfügung stellen. Erst hieß es nämlich der „Enge Südring“ ist die beste Trasse, dann wurde auf „Haindling-Süd“ umgeschwenkt und nun ist „Haindling-Nord“ alternativlos.

„Wir brauchen keine Umgehung Geiselhöring, sondern eine Umgehung Hainsbach“

 

„Mit der am Kreisverkehr auf Höhe Haindling endenden Südumgehung entstand eine  regionale Ableitung des Verkehrs über Hainsbach. Der Verkehr suchte sich über die sogenannte Regionaltrasse den Weg nach Straubing. Durch diese über die Umgehung Metting und Feldkirchen vorbeiführende Verkehrsachse, mit Anschluss am Kreisverkehr bei Ehethal, wird vor allem der Süden und Osten der Stadt Straubing zielgerichtet angefahren“ stellte Joseph Bachhuber fest. Dadurch wurde die Ortsdurchfahrt Hainsbach, die nicht wie Sallach oder Hirschling je für diese Verkehrsmassen ausgebaut wurde, zum Nadelöhr. Ein Anstieg der Verkehrszahlen von 2.000 Kfz/24h in 2002 auf 3.200 Kfz/24h in 2016 bedeute ein Plus von 60 Prozent. Ein weiterer Anstieg ist zu erwarten.

 

Anders der Ortskern Geiselhöring. Hier habe sich in den letzten Jahren der Verkehr um neun Prozent verringert, der Durchgangsverkehr beträgt nur ca. 1000 Fahrzeuge und nur der könne verlagert werden, so Bachhuber. Gleiches gelte für die Ortsdurchfahrt Hirschling, hier seien die Zahlen um elf Prozent zurückgegangen. Auch die Geiselhöringer Geschäftswelt sehe die Umgehung “Haindling-Nord“ kritisch, fürchtet einen entsprechenden Umsatzeinbruch und um ihre Existenz: Deshalb haben die Gewerbetreibenden dies durch eine Unterschriftensammlung zum Ausdruck gebracht, ergänzte Angela Ramsauer. Weiterhin wäre die Umgehung Hainsbach deutlich kürzer, weniger aufwändig und bedeute erheblich geringeren Flächenverbrauch.

Zentraler Kritikpunkt: „Haindling Nord“ zerstört Natur, Kultur und schließlich auch die Lebensqualität der Menschen

 

Die Vertreter der IG machten aber deutlich, dass sich ihre Kritik an der aktuellen Trasse „Haindling Nord“ nicht ausschließlich an den Verkehrszahlen festmache. „Uns geht es auch um Natur und Kultur und damit um die Menschen in der Gemeinde Geiselhöring“, so Angela Ramsauer. Das Kirchenensemble in Haindling bestehe seit Jahrhunderten und sei denkmalgeschützt. Es sei ein landkreisweites Kulturdenkmal mit nationalem Bekanntheitsgrad. Eine „Verbauung“ der Blickbezüge dieses Kulturgutes wäre irreversibel und würde es dramatisch entwerten, von möglichen statischen Bauschäden durch die Bauarbeiten ganz abgesehen. Christian Ertl ergänzte, dass die Wallfahrtskirche derzeit mit ca. 3 Millionen Euro u.a. aus Bundesmitteln aufwändig restauriert werde. Auch die Erholungswirkung des Naherholungsgebietes Haindling mit dem Eiglfurter Bach, den Grünstrukturen an der Hangleite unterhalb Haindling und Haindlingberg würde durch den Bau der Umgehungsstraße zerstört und wäre für die Bürgerinnen und Bürger, die dieses vielfach nutzten, unwiederbringlich verloren, so Josef Schweinböck.

SPD-Thema für den kommenden Kommunalwahlkampf: Ganzheitlichen Verkehrskonzept für Innenstadt und regionale Anbindung

Als Fazit fasste Michael Wittmann abschließend zusammen, dass das neue Planungsziel für Geiselhöring und die umliegende Ortschaften deshalb ein ganzheitliches Verkehrskonzept sein müsse. „Verkehrssplitting, Verkehrslenkung und Beseitigung von sicherheitskritischen Abschnitten sind ebenso wichtig wie die innerstädtische Verkehrsberuhigung und Verkehrslenkung. So müsse der Schwerlastverkehrs umgehend wieder aus dem Stadtkern ausgeleitet werden. Dass dies funktioniere, habe man in den letzten Monaten mit der Baustelle Laberbrücke anschaulich erleben können. Die Qualität am Stadtplatz werde dann, auch mit zunehmender Bedeutung der Elektromobilität und damit abnehmender Geruchs- und Lärmbelästigung, deutlich zunehmen. Wittmann ergänzte aber auch, dass es Zeit für ein ganzheitliches Verkehrskonzept sei, dass auch die Verbindung Dingolfing-Regensburg berücksichtige. Dies sei eines der zentralen Themen des kommenden Kommunalwahlkampfes 2020. „Es kann nicht sein, dass Stadtverwaltung und Stadtrat die berechtigten Sorgen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger über den profanen Willen zum Bau einer neuen Straße stellt, gleichzeitig aber alle Gedanken zu einem ganzheitlichen Verkehrskonzept verweigert“, so SPD-Ortsvorsitzender Wittmann zum Schluss der Veranstaltung.

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