Simon Vogl, MdL aus Greissing 1946-1950


Foto: Bayerischer Landtag

Simon Vogl, SPD-Landtagsabgeordneter aus Greißing 1946-50

Die Wahlen zum ersten Bayerischen Landtag nach dem Zweiten Weltkrieg fanden am 1. Dezember 1946 statt. Für die SPD in der Region zieht Simon Vogl aus Greißing am 1. Dezember 1946 in den Bayerischen Landtag ein. Geboren am 19.07.1903 in Greißing, besuchte er von 1909 - 1919 die Volksschule in Geiselhöring, machte von 1921-1925 eine Metzgerlehre und wanderte 1926 nach St. Louis in den USA aus. 1927 kehrte er in die Heimat zurück und war von 1928 - 1932 auf dem Dampfer "Andania" als Koch tätig. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Metzgereien und übernahm 1939 das elterliche Anwesen in Greißing.

Am 9. April 1946 berichtet die Mittelbayerische Zeitung, dass „der Bauer Simon Vogl, ein bekannter Antinazist“ mit den Altnazis in der Region aneinandergeriet. U.a. wurde er „vom Dorfpolizisten Baumann deswegen in ungehöriger Form zur Rede gestellt, weil er über den Nazibäckermeister Baptist Stierstorfer in Geiselhöring behauptet haben sollte, dieser habe tausend Mark für die Aufnahme in die NSDAP bezahlt. Baumann nannte ihn einen Denunzianten und drohte ihm, dass er ihn, falls er noch einmal zu der Militärregierung in Mallersdorf gehe oder an sie schreibe, auf 4-5 Jahre dahin bringen werde, wohin ihn die anderen nicht gebracht hätten und dass die Sache in eventuell das Köpfchen kosten könne“.

Simon Vogl war Mitglied des Bayerischen Landtags vom 01.12.1946 bis 26.11.1950 für den Wahlkreis Niederbayern/Oberpfalz und im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ab 29.01.1947 tätig. Besondere Präsenz zeigte Vogl während der Kommunalwahlen 1948, wo er als Landtagsabgeordneter Vorträge in den Ortsvereinsversammlungen im Labertal über die wirtschaftliche Lage Bayerns, den Wirtschaftsaufbau und den Lastenausgleich hielt. Simon Vogl starb 1961 in Geiselhöring und wurde hier auch begraben.