Bürgermeister Josef Frank 1952-1966

Bürgermeister Josef Frank 1952-1966       

Verwaltungsinspektor Josef Frank, geboren am 8.2.1906, heiratete 1934 Theresia Frank geb. Grauham aus Geiselhöring, und trat im Juni 1939 als Beamter in die Kommunalverwaltung des Marktes Geiselhöring ein, der er bis Dezember 1966 als leitender Gemeindebeamter pflichtbewusst diente. Als Gründungsmitglied trat er 1925 dem damaligen FC Geiselhöring bei, dem er als Aktiver und Funktionär bis zu seinem Tod die Treue hielt.

Josef Frank folgte im Mai 1952 dem, von den Amerikanern 1945 eingesetzten, Hauptlehrer und SPD-Politiker Albert Jungbauer im Amt des 1. Bürgermeisters des Marktes Geiselhöring. In die Amtszeit von Bürgermeister Frank fiel gleich 1952 die Erhebung von Geiselhöring zur Stadt durch Wilhelm Högner (Innenminister und Bayerischer Ministerpräsident).

Die SPD arbeitete in der Amtszeit Franks in einer Listenverbindung mit der Vertriebenengemeinschaft zusammen. Bürgermeister Frank hatte die schwierige Aufgabe Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Geiselhöring zu integrieren.  Ihnen Wohnraum und Nahrung zur Verfügung zu stellen sowie (Kath. und evangelische Schule) und Kindergarten zu organisieren. Auch die Erweiterung des Kanalnetzes und der Bau einer Kläranlage; die Erweiterung der Wasserleitungen, sowie der Bau eines größeren Wasserbehälters fielen in seine Amtszeit. Auch die Errichtung des Feuerwehrhauses (mit Bauhof), der Kauf des ersten Tanklöschfahrzeuges und die Anlage einer städtischen Badeanlage an der Laber gehören hier, ebenso wie der Rathausumbau, genannt. Allein die angespannten Wohnverhältnisse, die trotz Wegzugs viele Vertriebener und Ausweisung erster Baugebiete weiterhin die Bürger belasteten, konnten nicht entscheidend verbessert werden. Dafür konnten mit der Fa, Sennebogen (Pönning) und Robust-Plastik (im neu entstandenen Industriegebiet Geiselhöring - Industriestraße) erste Industriebetriebe am Ort angesiedelt werden. In der Diskussion standen der Neubau einer Verbandsschule und der Bau eines Freibades.

Bei seiner Wiederwahl am 8. März 1956 erlangte Josef Frank sensationelle 72 Prozent. Da Frank der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Geiselhöring war und weiterhin als Verwaltungsoberinspektor arbeitete, spendete er die Hälfte seiner ihm gesetzlich zustehenden Aufwandsentschädigung für die achtjährige Amtszeit (1952-66) in Höhe von 27.984 DM der Gemeinde und damit allen Bürgern. Er kündigte dies auch im Falle einer Wiederwahl 1960 an. Die SPD erreichte 37,5 Prozent (23 Prozent 1956) und Bürgermeister Josef Frank konnte sein Amt verteidigen, obwohl sich die CSU mit Brauereibesitzer Josef Erl durch ungerechtfertigte Anzeigen gegen den Amtsinhaber hervorgetan hat. Bei der Kommunalwahl am 13. März 1966 trat Josef Frank nicht mehr an. Der SPD-Kandidat Hubert Wessely sen. (40,3 %) musste sich Alfred Heindl (CSU und UWG – 59,7%) geschlagen geben. Die SPD verlor nur leicht an Stimmen und kam auf 35,5 Prozent der Stimmen.

Josef Frank verstarb im Alter von 74 Jahren nach kurzer Krankheit am 30.03.1980 in München, wo er seine Ruhestandsjahre bei seinem Sohn verbrachte, und wurde anschließend in Geiselhöring im Familiengrab begraben.