Tafel der Nationen

Veröffentlicht am 20.09.2026 in Allgemein

Vielfalt, die man schmeckt: Geiselhöring feiert seine zweite Tafel der Kulturen

Bei herrlichem Spätsommerwetter verwandelte sich der Rathausvorplatz in Geiselhöring am Samstag in eine internationale Feinschmecker-Insel. Unter dem Motto „Vielfalt, die man schmeckt!“ kamen bei der zweiten Tafel der Kulturen Jung und Alt zusammen, um gemeinsam zu essen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die kulturelle Vielfalt der Stadt zu erleben.

Was im vergangenen Jahr noch klein begonnen hatte, entwickelte sich diesmal zu einem echten Begegnungsfest: Die Zahl der Teilnehmer konnte vervierfacht werden. Die kulinarische Reise führte von Niederbayern über das Waldviertel, Tschechien, die Ukraine, Polen und Syrien bis nach Brasilien. Auf den Tischen standen nicht einfach nur Speisen, sondern auch Geschichten, Erinnerungen und Traditionen aus unterschiedlichen Regionen und Ländern.

Begrüßt wurden die Gäste von Barbara Kasberger. Unter den Besuchern war auch Stadtrat Ludwig Kerscher und die Sprecherin des SPD-AK Labertal, Karin Hagendorn. Besonders schön war, dass viele der mitgebrachten Gerichte nicht nur probiert, sondern auch vorgestellt wurden. So erfuhren die Gäste, woher die jeweiligen Spezialitäten stammen, zu welchen Anlässen sie traditionell gegessen werden und welche persönliche Geschichte sich manchmal mit ihnen verbindet.

Gerade darin lag der besondere Reiz der Veranstaltung: Die Tafel der Kulturen war weit mehr als ein kulinarisches Angebot. Sie wurde zu einem Ort der Begegnung. Menschen, die sich zuvor kaum kannten, kamen miteinander ins Gespräch, Kinder probierten Neues, Ältere erzählten von vertrauten Rezepten und Zugezogene brachten ein Stück ihrer Heimat mit auf den Rathausvorplatz.

Das Ziel der Initiative „Geiselhöring bleibt bunt!“ wurde damit auf ganz einfache Weise sichtbar: Gemeinsam essen schafft Nähe. Wer miteinander an einem Tisch sitzt, begegnet sich anders – offener, neugieriger und persönlicher.

Dass die Idee inzwischen auch über Geiselhöring hinaus Aufmerksamkeit findet, zeigte sich gleich in mehrfacher Hinsicht. Unter den Gästen war auch Rosmarie Schmidt, Stadträtin und Integrationsbeauftragte in der Stadt Rottenburg a. d. L., die sich vor Ort Anregungen für eine ähnliche Aktion holen wollte und sich von Atmosphäre und Speisenvielfalt begeistert zeigte. Zugleich wird Geiselhöring inzwischen auch bei allgemeinen Online-Suchen zum Format „Tafel der Kulturen“ ausdrücklich als Beispiel für eine solche interkulturelle Begegnungsveranstaltung genannt.

Damit hat die zweite Tafel der Kulturen gezeigt, wie viel aus vielen kleinen Beiträgen entstehen kann: ein großes Fest der Vielfalt, ein Ort echter Begegnung – und vielleicht eine Idee, die weiterwandert.

 

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