
Geiselhöring kann mehr: Wiederbelebung des Stadtplatzes
SPD-Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher hat in Bündel an Maßnahmen im Programm
Zu allererst muss die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden. Ein erster Schritt ist mit Tempo 30 bereits getan – dies gilt es zu nutzen, um weitere Maßnahmen anzupacken. Die Bürgersteige müssen abgesenkt und die Querungen der Einmündungen der Dingolfinger Straße oder der Rosengasse entsprechend markiert werden: hier haben schon heute Fußgänger Vorrang! Und die „Rathaus-Insel“ ist an den Stadtplatz anzubinden!
Jede Reduzierung des für den Verkehr bestimmten Raums leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, die Stadt wieder lebendiger und lebenswerter zu machen. So wird der öffentliche Raum neu definiert, nämlich als Raum, der begehbar und lebenswert ist und Aufenthaltsqualität aufweist.
Wo was los ist, da kommen auch die Menschen dazu
Um den Stadtplatz wieder als Treffpunkt etablieren zu können, gilt es Verweilmöglichkeiten zu schaffen. Freischankflächen, Bänke aber auch eine Begrünung sind dafür unumgänglich. Dann gilt es Raum für Kunst und Kultur zu schaffen – denn wo was los ist, da kommen auch die Menschen dazu (s. Schäfflertanz). Das gilt sowohl im Außenbereich als auch im Innenraum.
Die Bürgerinnen und Bürger brauchen ein Bürger- und Kulturhaus. Es braucht Mut und Räume für Vereine und Veranstaltungen. Ein Saal mit Bühne, Ausstellungsflächen oder Übungsräume sind zu schaffen. Hier kann auch der Jugendtreff wiederbelebt oder ein Seniorentreff angeboten werden. Gerade junge Menschen und ältere Menschen sind zwei soziale Gruppen, die stärker als andere Gruppen an den historischen Stadtkern gebunden sind. Und nicht vergessen: „Es sind die jungen Menschen, die den Wandel in den Innenstädten umsetzen“, zeigt sich Ludwig Kerscher überzeugt.
Für ältere Menschen oder Personen, die nicht mehr Auto fahren können, ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung und anderen sozialen Dienstleistungen ein entscheidender Faktor dafür, ob sie in einer Stadt leben können. Um der Isolation der Personen dieser Altersgruppe entgegenzuwirken, sind sie in ein soziales Netzwerk einzubinden. Warum verwandeln wir nicht das ehemalige Schweiß-Gebäude in einen Gemeinschaftsraum mit einem sozialen Café, einem Platz und einer multifunktionalen Einrichtung für soziale und kulturelle Initiativen. Das Café kann auch als städtisches Informationszentrum dienen.
Zauberwort "Leerstandmanagement"
Ein Leerstandmanagement für Wohnraum ist genau so nötig wie ein Leerstandmanagement für Gewerbeflächen. Angebot und Nachfrage müssen hier wieder zusammengebracht, Hindernisse abgebaut und Lösungen aufgezeigt werden. Vermieter und Gewerbetreibende brauchen Sicherheit für ihre Investitionen, ggf. muss die Stadt als Vermittler oder sogar als Zwischen(ver)mieter tätig werden. Kleine Startups, Popup-Läden, … - alles Ideen, die es auszuprobieren gilt. Es muss die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sich im historischen Zentrum ein qualitätsvoller Einzelhandel entwickeln kann, der Kreativität in die Kleinstadt bringt und ihr neuen Reiz verleiht. Umweltschutz, die Förderung des Tourismus oder wirtschaftliches Wachstum können auch im Innenstadtbereich positive Veränderungen hervorrufen.
"Wir brauchen ein neues Gemeinschaftsgefühl!"
Letztendlich muss die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger für dieses Anliegen geweckt werden. Der soziale Zusammenhalt ist zu fördern, um wieder ein neues Gemeinschaftsgefühl in und für Geiselhöring zu schaffen. Die Förderung der Beziehungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch Programme und Initiativen ist unumgänglich. Dadurch wird das Zugehörigkeitsgefühl der Menschen zu ihrem Wohnort gestärkt und die Lebensqualität in der Stadt erhöht.
Und das Ziel: Die Einwohnerinnen und Einwohner müssen wieder stolz auf ihren Wohnort sein. Der Aufbau von Vertrauen zwischen den Menschen, um die kollektive Wahrnehmung des historischen Zentrums zu verändern, ist eine politische und kulturelle Maßnahme. Die Vergangenheit unseres kleinen Stadtzentrums lässt sich zwar nicht ändern, aber die künftigen Entwicklungen können so ausgerichtet werden, dass sie von einer Ko-Produktion ausgehen, die die Menschen zu Protagonisten der Veränderung und der Gestaltung ihrer Stadtzentren macht. Dabei kann jede Einzelperson eine entscheidende Rolle spielen. Wenn die Menschen stolz darauf sind, an der künftigen Entwicklung ihres Wohnortes mitzuwirken, fördert dies auch die Sichtbarkeit und Attraktivität unserer Stadt.
Leider wird ab einem bestimmten Zeitpunkt Leerstand zu einer Abwärtsspirale. „Wenn es in der Innenstadt nichts mehr zu besuchen gibt, warum sollte ich dorthin gehen?“, stellt sich Ludwig Kerscher die entscheidende Frage. Und so haben die verbleibenden Geschäfte, die sich gehalten haben, irgendwann einfach nicht mehr genug Laufkundschaft. Was ist die Alternative: Kleine Läden, günstige Preise, bezahlbare Cafés - nicht für Touristen, sondern für die Menschen, die hier wohnen. Der Stadtplatz muss ein Ort für Kunstinstallationen oder Musikveranstaltungen, für temporäre Open-Air-Märkte oder ein Ort für Straßenkunstwerke werden. „Ich will einen Social-Media-Kanal zur Bewerbung lokaler Händler und Eigentümer von leerstehenden Immobilien mit jungen Gründerinnen und Gründern zusammenzubringen, so Ludwig Kerscher. Und weiter: „Das bedeutet, dass wir mit Sichtbarkeitsmaßnahmen beginnen müssen – Begeisterung erzeugen, Interesse wecken, ein Ziel schaffen und mit Veranstaltungen und lokalen Akteuren in Kontakt treten, die nach günstigen Flächen suchen, ab dem 8. März hat Geiselhöring eine neue Chance“.